Monthly Archives: September 2010

Der unwichtige Blumenstrauss

Das Mädchen schleift den Blumenstrauss am Boden hinter sich her. Als es den Strauss seiner Logopädin gibt, ist sie berührt von der Geste. Der Strauss hat gelitten und ist weit entfernt davon, bewundert zu werden.

Die rührende Geschichte von diesem Strauss spricht sich herum, nicht wegen des Strausses, aber wegen des Mädchens, das mit vor Glück strahlenden Augen eine Freude bereitet hat.

Manchmal ist die Geschichte wichtiger als das Produkt selbst.

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Der Kick

Virale Aktionen haben eher spielerischen, statt kalkulierbaren Charakter:

In einem kleinen Kundensegment muss dieser Tatsache umso mehr Rechnung getragen werden, als im Massenmarkt. Der Anreiz 50. Kunde zu sein und Fr. 50 zu erhalten ist so gross, dass sich kaum jemand der Facebookgruppe anhängt, bevor sie 40 oder mehr Mitglieder hat. Das führt zum Widerspruch in sich selbst. Schliesslich ist die Aktionsperiode verstrichen, und die Aktion ist statt wirksam eher bremsend gewesen. Mit denselben Kosten (Fr. 50.-) hätte mehr Anreiz geschaffen werden können, wenn nach dem Zufallsprinzip Gutscheine in Fr. 1.-, Fr. 2.-, Fr. 3.-, Fr. 4.- und Fr. 5.- Höhe unter den ersten 50 Neumitgliedern vergeben worden wären.

In online Kampagnen ist der spielerische Aspekt sorgfältig zu eruieren und maximal zu verstärken oder sonst ein Erlebnis zu erzeugen – einen Kick, also.

Der Long Tail auf dem Silbertablett

Personen, die Mehrwert stiften oder online Inhalte prägen finden wir beispielsweise hier. Nach Themen – oder wie das Internet sie nennt: Tags – ist eine spezifischere Themen bezogene Suche möglich. Über die Profile der “Einflussnehmer” gelangt man an ihre Follower und damit Personen oder Firmen im “Long Tail“, die einen interessieren könnten. Das Wissen und die Informationen bei diesen individuell relevanten Personen ist bereits gefiltert, zusammengefasst und in Communities und Blogs gebündelt. Ein Feedreader und andere Tools servieren schliesslich selektive Information aufs Silbertablett.

Der K(l)ick Aufmerksamkeit

Der Sitznachbar im vollbesetzten Zug fragt: “Können Sie mir diesen Sitz freihalten? Ich hol mir einen Kaffee im Speisewagen.”
Würde die Antwort JA lauten, könnte dies eine Kriegserklärung gegenüber neuen Fahrgästen sein. Die Antwort ist somit ein abwägen zwischen Höflichkeit und Selbstverteidigung.
Was im wirklichen Leben unangenehm sein kann, trifft im Internet nicht zu. Das Internet bietet Platz für alle – auch für jene, die sich lediglich einen Account sichern oder einen Blog nicht weiterführen. Allerdings, wer nicht aktiv ist, wird statt seines Platzes Aufmerksamkeit verlieren. Der nächste spannende Inhalt ist lediglich einen Klick entfernt. – Der K(l)ick Aufmerksamkeit.